„Ein Ganzes aller Menschen“ Weltbürgertum und ethischer Internationalismus bei Kant

Michael Städtler

Resumen


In diesem Beitrag wird die Bedeutung von Kants Begriff des ethischen Gemeinwesens für die Frage des Kosmopolitanismus herausgearbeitet. Kosmopolitanismus ist für Kant zunächst eine Konsequenz der Rechtslehre: Der Rechtszustand kann nur als globaler peremtorisch wirklich sein. Diese Einsicht kollidiert jedoch mit der Voraussetzung souveräner bürgerlicher Staaten, so dass der politische oder juridische globale Rechtszustand die moralische Forderung des Kosmopolitanismus nicht erfüllt. Es lässt sich zeigen, dass diese Kollision in der antagonistischen Form der modernen Gesellschaft gründet, deren politische Instrumente die Staaten sind. Im Unterschied zu den rechtsphilosophischen Schriften konstruiert Kant in der Religionsschrift ein weltbürgerliches ethisches Gemeinwesen, das von der Idee einer moralisch organisierten Gesellschaft ausgeht. Dieses Modell wird im Rahmen der Religionsphilosophie entwickelt. Darüber hinaus weisen Überlegungen Kants zur Pädagogik: Die Überwindung gesellschaftlich bedingter Partikularität und Konkurrenz kann als Bildungsaufgabe formuliert werden.


Palabras clave


Recht; Moral; Gesellschaft; ethisches Gemeinwesen; Bildung

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DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.3583134

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